Cashflow-Spiel Wiesbaden

Auf den Fokus kommt’s an

by Leonie Walter

Du kennst ja die Sichtweise des Optimisten, dessen Glas halbvoll ist. Und auch die des Pessimisten – dessen Glas ist bekanntlich halbleer. Soweit so gut. Das ist ja eine witzige Feststellung. Nur: was können wir daraus lernen?

Ich habe festgestellt, dass ich das, worauf ich mich fokussiere, in mein Leben ziehe. Das bedeutet im Umkehrschluss: Stelle ich fest, dass mir gerade nichts gelingt, dann wird mir auch weiterhin wenig gelingen. Oder es wird mir zumindest schwer fallen, etwas zuwege zu bringen. Konzentriere ich mich auf das Gelingen einer Aufgabe und stelle mir die positive Umsetzung vor, dann werde ich auch hierin bestätigt.

Der richtige Fokus beim Cashflow-Spiel

Fokus liegt auf InvestmentsWie wahr dieses Gesetz der Resonanz ist, konnte ich am vergangenen Sonntag beim Cashflow-Spielen erleben. Cashflow ist ein Brettspiel, bei dem man sich mit Investitionen, der Erhöhung des passiven Einkommens und dem Ausstieg aus dem Hamsterrad beschäftigt. Das Cashflow-Spiel soll die finanzielle Intelligenz steigern. (Und ja, auch diesmal hatte ich interessante Erfahrungen beim Cashflow-Spielen gemacht! Sehr interessante sogar.)

Markus und ich waren im Cashflow-Club Frankfurt zu Gast. Dort gab es diesmal zwei Spielgruppen. Wir legten zeitgleich los. In der Spielgruppe, wo Markus und ich mitspielten, nahm das Spiel schnell an Fahrt auf. Die Spieler an unserem Tisch fokussierten sich aufs Gewinnen und auf die schnelle Erhöhung ihrer Einkommensströme.

Kurzfristige Rückschläge wie Arbeitslosigkeit (da darf man 2x aussetzen) oder ein Baby (im Spiel kein Grund zur Freude, weil dadurch die Ausgaben steigen) steckten die Spieler an unserem Tisch mit einem Lächeln weg, „weiter geht’s!“ Sehr schnell hatten vier von fünf Spielern bereits einige Deals abschließen können, und das Einkommen vermehrte sich von Runde zu Runde. Geldstapel wurden über den Tisch hin und her gereicht und wir hatten jede Menge Spaß 🙂

Falscher Fokus: Wenn kollektiv gejammert wird…

Als die ersten Spieler an unserem Tisch finanziell frei wurden, hörten wir am Nachbartisch ein kollektives Stöhnen: „Mensch, hier geht ja gar nichts voran, und jetzt muss ich auch noch ein Boot finanzieren.“

Schwenk zur anderen Spielgruppe. Spielleiter Tobias konnte es nicht fassen: Noch nie mussten während eines Spiels beim Cashflow-Club Frankfurt so viele „Schnickschnack“-Karten gezogen werden. Zur Erklärung: Diese erfordern (aus Sicht des Spiel-Ziels, zu investieren und Einnahme zu erzielen) unnötige Ausgaben. Ähnlich wie bei Monopoly, wenn man Karten zieht wie „Strafe für zu schnelles Fahren“ oder „Du wirst Vereinsvorstand. Zahle jedem Mitspieler 200 Euro“ 😉

Außerdem hatten die 5 Spielern im Spiel bereits insgesamt 6 Kinder, waren mehrfach arbeitslos gewesen und konnten keinerlei Deals abschließen. Kurzum: Es herrschte frustrierte Stimmung am Spieltisch. Die Negativ-Spirale zog ihre Kreise nach unten.

Und so kam es, dass die erste Spielgruppe bereits nach 90 Minuten einen Sieger feierte, während die andere Gruppe in der Tretmühle feststeckte und nur ein einziger Spieler es circa 30 Minuten später erst in die finanzielle Freiheit schaffte.

Neuer Fokus: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt…!

Bei der anschließenden Reflexionsrunde wurde dann deutlich: Die einen Spieler hatten sich auf positive Nachrichten und gute Deals fokussiert. Die anderen Spieler hingegen spielten das Spiel, um nicht zu verlieren. Sie hofften, keine großen Ausgaben tätigen zu müssen und der Arbeitslosigkeit zu entgehen. Der Frust, der sich von einem zum anderen Spieler weitergetragen hatte, beeinflusste somit im hohen Maße den Spielverlauf und -ausgang.

Die Erkenntnis war: Auf den Fokus kommt es an – in der nächsten Cashflow-Runde wird es nach diesen Erfahrungen sicherlich für die Spieler besser laufen…!

Mein Fazit: Positives Denken (im Sinne von zielorientierten Denken) bringt was. Nicht nur im Spiel. Auch im wirklichen Leben.

Welche Erfahrungen hast Du schon gemacht – egal ob im Spiel oder in Deinem Leben? Wo liegt Dein Fokus?

Leonie Walter

Leonie Walter ist PR-Beraterin und berät Unternehmen zu Marketing, Akquise und Kommunikation. Mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung befasst sie sich seit seit dem Jahr 2010. Was Leonie fasziniert in der Persönlichkeitsentwicklung: "Ich kann mein Leben selbst bestimmen. Immer und in jeder Hinsicht." So zählen auch im Bereich der Eigen-PR und im Marketing vor allem das richtige Mindset und die persönliche Einstellung zu sich selbst.

Comments

  • 5. Juli 2016

    ich hab das auch schon gespielt, gibt es auch in MD immer wieder Einladungen – sind die Gruppen eigentlich vernetzt?
    Sollte ich wohl mal wieder spielen, mit euren Erkenntnissen.
    Mein Focus liegt darin, immer mit positiven Ideen voranzukommen, aber man driftet leicht in die andere Ecke, wenn zu viele negative Impulse kommen.
    Totsparen, nenne ich das.

    Und noch´n Optimistenwitz – der Pessimist sagt, „schlimmer kann es doch nicht mehr kommen“ und der Optimist – „doch doch“ 😉

    • Leonie Walter
      5. Juli 2016

      Hallo Steffi, soweit ich weiß, sind die Gruppen nicht vernetzt.
      Liebe Grüße
      Leonie

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